Woran erkennt man einen Rohrbruch?
Neben austretendem Wasser gibt es typische indirekte Anzeichen:
- feuchte Flecken, Verfärbungen oder Blasen an Wand, Decke oder Boden,
- der Wasserzähler läuft weiter, obwohl keine Zapfstelle geöffnet ist,
- sinkender Druck in der Heizungsanlage, häufiges Nachfüllen,
- Rauschen oder Zischen in der Wand,
- muffiger Geruch, sich lösende Fliesen oder aufquellendes Parkett,
- ungewöhnlich hohe Wasserrechnung.
Erste Maßnahmen
- Ruhe bewahren und auf eigene Sicherheit achten.
- Wasserzufuhr stoppen, soweit das gefahrlos möglich ist.
- Wertgegenstände und Möbel aus dem Gefahrenbereich bringen.
- Schaden mit Fotos dokumentieren.
- Vermieter bzw. Hausverwaltung, Nachbarn und Versicherung informieren.
- Fachbetrieb für Ortung und Trocknung hinzuziehen.
Wasserzufuhr stoppen, soweit sicher möglich
Schließen Sie das Absperrventil der betroffenen Leitung oder den Hauptabsperrhahn der Wohnung – meist in Bad, Küche oder am Wasserzähler. In Mehrfamilienhäusern befindet sich der Haupthahn häufig im Keller; hier helfen Hausmeister oder Hausverwaltung. Bei Heizungsleitungen kann es sinnvoll sein, die Heizung abzuschalten. Verzichten Sie auf Reparaturversuche an der Leitung selbst.
Gefahren durch Strom und Wasser
Ist Wasser in die Nähe von Steckdosen, Verteilern, Leuchten oder Elektrogeräten gelangt, betreten Sie den Bereich nicht. Schalten Sie die Sicherung nur aus, wenn der Sicherungskasten trocken und gefahrlos erreichbar ist. Ist Elektrik betroffen, ziehen Sie eine Elektrofachkraft hinzu. Bei durchhängenden nassen Decken den Raum meiden.
Schaden dokumentieren
Fotografieren Sie Wasserstellen, Flecken, die vermutete Schadstelle und beschädigte Gegenstände. Notieren Sie, wann Sie den Schaden bemerkt haben und was Sie unternommen haben. Bewahren Sie beschädigte Teile nach Möglichkeit auf, bis die Versicherung Bescheid gegeben hat.
Versteckte Feuchtigkeit erkennen
Nach einem Rohrbruch verteilt sich Wasser häufig unbemerkt im Estrich, in der Trittschalldämmung oder im Mauerwerk. Die Oberfläche kann bereits trocken wirken, während darunter noch viel Feuchtigkeit steckt. Sicher feststellen lässt sich das nur durch Feuchtemessungen, bei Bedarf ergänzt durch Thermografie.
Wann ist eine Leckageortung sinnvoll?
Immer dann, wenn die Schadstelle nicht offen sichtbar ist – etwa bei Leitungen in Wänden, unter Fliesen oder im Estrich. Mit Verfahren wie Elektroakustik, Prüfgas oder Thermografie lässt sich die undichte Stelle oft eng eingrenzen. So muss nur dort geöffnet werden, wo es wirklich nötig ist. Mehr dazu auf der Seite Leckageortung in Berlin.
Wie läuft die technische Trocknung ab?
Nach der Reparatur der Leitung wird anhand der Messwerte das passende Verfahren gewählt: Raumtrocknung mit Luftentfeuchtern, gezielte Wandtrocknung oder Dämmschichttrocknung im Unter- bzw. Überdruckverfahren über kleine Bohrungen. Regelmäßige Kontrollmessungen zeigen den Fortschritt; abgeschlossen ist die Trocknung erst, wenn die Werte stimmen. Details finden Sie unter Bautrocknung und Estrichtrocknung.
Welche Unterlagen braucht die Versicherung?
- Fotos und Beschreibung des Schadenhergangs mit Datum,
- Rechnung bzw. Bericht des Installateurs zur Reparatur,
- Bericht zur Leckageortung, falls durchgeführt,
- Messprotokolle und Trocknungsdokumentation,
- Liste beschädigter Gegenstände, wenn möglich mit Belegen.
Welche Unterlagen im Einzelfall verlangt werden, hängt von der Versicherung und dem Vertrag ab. Mehr im Ratgeber Wasserschaden – welche Versicherung zahlt?
Häufig gestellte Fragen
Wer ist bei einem Rohrbruch in der Mietwohnung zuständig?
Leitungen gehören in der Regel zum Gebäude. Mieter sollten den Schaden sofort Vermieter bzw. Hausverwaltung melden; diese kümmern sich meist um Reparatur und Sanierung. Für eigene Gegenstände kann die Hausratversicherung relevant sein.
Kann ein Rohrbruch ohne sichtbares Wasser vorliegen?
Ja. Undichte Leitungen in Wänden oder unter dem Estrich zeigen sich oft nur indirekt – etwa durch einen laufenden Wasserzähler, Feuchteflecken, muffigen Geruch oder sinkenden Druck in der Heizung.
Muss nach einem Rohrbruch immer der Boden aufgerissen werden?
Nicht unbedingt. Mit Leckageortung lässt sich die Schadstelle oft eng eingrenzen, und Dämmschichten unter dem Estrich können häufig über kleine Bohrungen getrocknet werden. Ob das möglich ist, zeigen die Messungen.
Wer repariert die Leitung?
Die Reparatur übernimmt ein Installateur bzw. ein Partnerunternehmen. Rieger Trocknung kümmert sich um Ortung, Feuchtemessung, Trocknung und Dokumentation.




